Stadt Weilheim an der Teck (Druckversion)

 

 

 

Limburghalle

Wieso muss die Limburghalle saniert werden?

Die wesentlichen Teile des Gebäudes stammen aus dem Jahr 1962 und sind damit 54 Jahre alt. Es befindet sich in einem altersentsprechenden Zustand und bedarf in vielen Bereichen einer Sanierung. Die entsprechende DIN-Norm geht bei derartigen Gebäuden aus gutem Grund von einer Nutzungsdauer von 50 Jahren aus.
Einige Beispiele:

  • Das Flachdach ist an verschiedenen Stellen immer wieder undicht.
  • An sämtlichen Bauteile fehlt eine Dämmung, die heutigen Standards entspricht. Die Heizkosten sind deshalb hoch. 
  • Die Betonkonstruktion weist offensichtliche Mängel auf. Stellenweise rostet der eingelegte Baustahl. 
  • Die Lüftungsanlage erfüllt heutige Standards nicht. Weder wechselt sie die Luft entsprechend noch liegt ihr Energieverbrauch auf aktuellem Niveau.
  • Die Beheizung der Halle über die Lüftungsanlage verschwendet sehr viel Heizenergie.
  • Die Lüftungsanlage sitzt auf dem Dach der Halle, was dazu führt, dass an heißen Tagen die heiße Außenluft, ungekühlt in die Halle geblasen wird. 
  • Die elektrische Anlage weist gravierende Mängel auf.
  • Der Parkettboden muss komplett erneuert werden. 
  • Die Beleuchtung sowohl im großen Saal als auch auf der Bühne sowie die komplette Bühnentechnik sind stark schadhaft. Ersatzteile sind oftmals nicht mehr verfügbar. 
  • Die Zuluft der Lüftungsanlage strömt teilweise über Lichtschächte. Dies entspricht nicht mehr heutigen Anforderungen.
  • Die bisher durchgeführten Brandschutzsofortmaßnahmen lassen einen weiteren Betrieb zu. Bei einer Sanierung müssen jedoch grundlegende weitere Brandschutzmaßnahmen durchgeführt werden.

Wieso wird die Sanierung der Limburghalle so teuer?

Um das Gebäude wieder in einen zeitgemäßen und langfristig funktionstüchtigen Zustand zu versetzen und damit eine weitere lange Nutzungsdauer (30-40 Jahre) zu erreichen, sind umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erforderlich (siehe Frage
Wieso muss die Limburghalle saniert werden?). Für die Sanierung der Limburghalle werden mindestens 9 Mio. € veranschlagt. (Die Gutachten Fritz und Blessing, die den Sanierungsbedarf erhoben haben, können Sie hier downloaden). Dieser Betrag ist auch deshalb so hoch weil die Limburghalle mit rund 3.900 m² Nutzfläche sehr groß ist.
Andere städtische Maßnahmen aus jüngerer Vergangenheit zeigen auf, dass diese Kostenschätzung mehr als realistisch ist. Beispielsweise wird derzeit ein Teilbereich des Bildungszentrums Wühle für die Ganztagesbetreuung umgebaut. Dies umfasst auch eine Sanierung der betroffenen Gebäudeteile aus dem Baujahr 1972. Bei rund 600 m² Nutzfläche werden voraussichtlich rund 1,9 Mio. € Kosten anfallen. Die vor wenigen Jahren durchgeführte Brandschutzsanierung des gesamten Bildungszentrums belief sich auf über 1,3 Mio.  €.

Wieso kann die Limburghalle nicht Schritt für Schritt saniert werden?

Die in der Antwort auf die Frage Wieso muss die Limburghalle saniert werden? aufgeführten Sanierungsbereiche müssen aufeinander abgestimmt werden. Zum Beispiel sind bei der Parkettbodensanierung und der Innenraumgestaltung Elektro- und sonstige technische Ausrüstungen zu berücksichtigen. Gerade für eine sinnvolle, zeitgemäße und langfristige Lösung dieser beiden Bereiche bedarf es einer Rückführung des Gebäudes nahezu in den Rohbauzustand und eines Neuaufbaus nach heutigen Standards.
Eine Sanierung Schritt für Schritt ist sowohl konzeptionell als auch wirtschaftlich sowie von der Vielzahl der Eingriffe in den laufenden Betrieb keine sinnvolle Lösung. Auch beim reinen Austausch von Fenstern sind sowohl im Innenbereich als auch im Außenbereich Anpassungen an den Bestand erforderlich bzw. müssen dann nachfolgende Dämmmaßnahmen berücksichtigt werden. Dies führt zu einer Erhöhung der Gesamtbaukosten. 
Da das Stahlbetonskelett der Limburghalle an vielen Stellen schadhaft ist, muss es vor allen anderen Bauteilen wieder ertüchtigt werden. Dies ist nur möglich nach einem kompletten Rückbau der Limburghalle in den Rohbauzustand. 

Wieso wurde so lange nichts getan bei der Limburghalle?

In die Limburghalle wurden auch in den vergangenen Jahren investiert. Beispielsweise sind zahlreiche Wasserleitungen erneuert worden. Zuletzt wurden rund 100.000 € in Sofortbrandschutzmaßnahmen investiert.
Seit dem Jahr 2013 beschäftigt sich die Verwaltung mit einer grundlegenden Sanierung des Gebäudes. Ein Modernisierungskonzept zu allen städtischen Gebäuden wird regelmäßig öffentlich im Gemeinderat vorgestellt. Im selben Jahr wurde der Gemeinderat bei einer Besichtigung informiert. 2014 wurde die Bürgerschaft im Rahmen einer Bürgerversammlung in die Thematik einbezogen. 

Wann wird die Limburghalle abgerissen? Kann sie bis dahin genutzt werden?

Dieser Zeitpunkt steht noch nicht fest. Für den Bau einer neuen Turn- und Festhalle an der Lindach soll zunächst ein Architekturwettbewerb durchgeführt werden. Von der Ausschreibung bis zum Abschluss braucht es etwa ein Jahr. Im Anschluss muss die konkrete Bauplanung und das Baugesuch erstellt werden, was wiederum etwa ein Jahr in Anspruch nimmt. Erst dann kann mit dem Bau begonnen werden, der wiederum rund zwei Jahre dauert. Die Limburghalle soll erst nach Fertigstellung der neuen Turn- und Festhalle an der Lindach abgerissen werden. Bis dahin werden alle vertretbaren Maßnahmen ergriffen, um eine Weiternutzung und einen möglichst nahtlosen Übergang möglich zu machen.

Könnte die Limburghalle während der Sanierung weiter genutzt werden?

Bei einer Generalsanierung der Limburghalle ist mit einer Bauzeit von bis zu zwei Jahren zu rechnen. Während dieser Zeit könnte die Halle nicht genutzt werden.

Was passiert mit der Gastronomie in der Limburghalle?

Solange die Limburghalle weiter betrieben wird, kann die Gastronomie selbstverständlich bleiben.

Zieht das neue Baugebiet auf dem Grundstück der Limburghalle nicht noch viel mehr Verkehr in das Quartier?

Das zur Wohnbebauung vorgesehene Areal schließt unmittelbar an ein bestehendes Wohngebiet an. Ein mögliches Nutzungsgemenge entspräche daher dem bestehenden Charakter des Wohngebiets. Die aus einer Wohnbebauung zu erwartenden Fahrzeugbewegungen entsprechen denen der Umgebung. Ganz im Gegensatz zu einer Nutzung durch eine Veranstaltungshalle, bei der die Fahrzeugbewegungen bevorzugt am Abend und oder am Wochenende stattfinden.

Neue Turn- und Festhalle an der Lindach

Wieso brauchen wir eine derart große Sportfläche – bisher hat es die alte kleine Halle bei der Grundschule doch auch getan.

Die alte und mittlerweile baufällige Turnhalle der Limburgschule verfügt lediglich über eine kleine Sportfläche mit rund 180 m². Damit kann immer nur eine Schülergruppe Sport machen. Die Möglichkeiten der drei- bis vierzügigen Grundschule mit derzeit 14 Klassen sowie der Förderschule mit zwei weiteren Klassen sind damit sehr begrenzt. Anzustreben ist daher eine teilbare Halle (2-teilig) in entsprechender Größe. Die Ansiedlung der neuen Turn- und Festhalle an der Lindach bietet der angrenzenden Limburgschule zahlreiche weitere Möglichkeiten für Veranstaltungen, zum Beispiel die Nutzung des kleinen Saals oder die Nutzung der Bühne. Bei Einschulungsfeiern stößt die bestehende Halle regelmäßig an ihre Grenzen.

Kann eine kombinierte Turn- und Festhalle überhaupt die passende Atmosphäre für einen Theaterabend oder ein Konzert haben?

Der Gemeinderat und die Verwaltung haben gemeinsam mit zahlreichen Vertretern örtlicher Vereine und der Schulen mehrere Veranstaltungshallen besichtigt, die ebenfalls vom Grundschulsport genutzt werden. Die modernen und zeitgemäßen Hallen in Dettingen/Erms (Baujahr 2009), Kressbronn (Baujahr 2013) und Salach (Baujahr 2003) weisen das Ambiente einer Festhalle auf. Durch einen zeitgemäßen Parkettsportboden, in den Wänden versteckte Turnelemente und (wie üblich) in Gerätegaragen untergebrachte Sportgeräte sind diese Hallen für den Grundschulsport, aber auch für bestimmte Erwachsenensportarten sehr gut geeignet. Optisch wirken sie aber wie Festhallen. Ziel ist also eine Festhalle mit Sportnutzung und nicht eine Sporthalle, in der auch Feste gefeiert werden können. 

Dominiert die neue Turn- und Festhalle nicht zu sehr das Stadtbild? Wie sind die Relationen zur Peterskirche? Wäre eine Wohnbebauung nicht verträglicher?

Ein eigens angefertigtes städtebauliches Modell zeigt auf, dass sich die neue Turn- und Festhalle an der Lindach gut ins Stadtbild einfügen wird. Ihre Höhe (im Grundlagen-Entwurf ca. 10 m) bleibt deutlich hinter den Gebäuden der Limburg-Grundschule (19,5 m)  und des Gebäudes Sport-Holl (14 – 19 m) zurück. Die Peterskirche (55 m Turmhöhe, 28 m Höhe Kirchenschiff) bleibt das städtebaulich dominante Gebäude in der Stadt. Die neue Turn- und Festhalle an der Lindach wertet eine zentrale Stelle Weilheims auf und belebt sie. Allen Veranstaltungsbesuchern wird „das Festen“ mit Blick zur Peterskirche, der historischen Altstadt, zur renaturierten Lindach und zur Limburg ermöglicht.
Die in die Diskussion gebrachte Alternative einer Wohnbebauung würde sich städtebaulich an den teilweise vorhandenen Wohnhäusern in der Umgebung orientieren. Dies wäre beispielsweise die Häuserzeile vom Sportgeschäft zum ehemaligen Lidl/Schlecker-Markt. Eine Wohnbebauung würde damit deutlich höher ausfallen als eine Turn- und Festhalle.

Wo sollen die ganzen Autos hin bei einer gut besuchten Veranstaltung in der neuen Halle?

Für die neue Turn- und Festhalle an der Lindach wurde ein  Parkierungskonzept erstellt. Dieses sieht folgendes vor:
Rund 60 Parkplätze sollen in einem Tiefgaragengeschoss entstehen. Etwa 50 Stellplätze stehen heute schon im Straßenraum zur Verfügung (insbesondere Rathaustiefgarage). Weitere ca. 20 neue Stellplätze könnten oberirdisch geschaffen werden. In Ausnahmefällen könnte bei Großveranstaltungen (3 - 4 im Jahr) temporär das Parken im Schulhof erlaubt werden. Dies würde weitere 34 Parkplätze schaffen. In Summe stünden damit bis zu 166 Parkplätze zur Verfügung. Da die neue Turn- und Festhalle an der Lindach sehr zentral liegt, ist sie zudem für viele Besucher gut zu Fuß erreichbar.
Das geplante Tiefgaragengeschoss bietet außerdem die Möglichkeit, die öffentliche Parkraumsituation zu verbessern. Diese Parkplätze könnten vielfach genutzt werden, z.B. morgens durch Lehrer und Eltern, tagsüber durch Kunden, abends durch Sportler, am Wochenende für Veranstaltungsbesucher oder Städtlesbesucher.

Belastet der Verkehr zu der neuen Halle und zurück die angrenzenden Straßen?

Auch hierzu wurden eigens Untersuchungen durchgeführt. An den rund 30 Veranstaltungstagen örtlicher Vereine und Betriebe im Jahr entsteht natürlich zusätzlicher Verkehr durch die Besucher. Im Verhältnis zu dem ohnehin stattfindenden Verkehr auf der Bissinger Straße (Kreisstraße) und der Unteren Grabenstraße (Sammelstraße) sind diese Verkehre jedoch sehr gering. Der Ausbaustandard dieser Straßen lässt die zusätzlichen Verkehre an einzelnen Veranstaltungstagen ohne weiteres zu. Das Gutachten hierzu finden Sie hier.

Wie hoch ist die Lärmbelastung durch die neue Turn- und Festhalle an der Lindach?

Auch hierfür gibt es ein Gutachten, das sie hier finden. Durch den Betrieb der Halle werden die einschlägigen Richtwerte tagsüber eingehalten. Nachts können sie an einigen Punkten überschritten werden – aber vor allem bei Geschäftshäusern in der Nachbarschaft. Wohnräume sind kaum betroffen. Auslöser ist lediglich der Fahrverkehr, den die Halle auslöst. (Die Richtwerte nachts werden geringfügig überschritten – allerdings nur in dem unwahrscheinlichen Fall, dass alle Fahrzeuge in die gleiche Richtung abfahren. Wenn sich - wie zu erwarten – die Verkehrsströme aufteilen, werden die Grenzwerte nicht überschritten.)

Wo sollen wir künftig unsere Familienfeiern gestalten wenn es die Gastronomie in der Limburghalle nicht mehr gibt?

Die neue Turn- und Festhalle an der Lindach soll dasselbe Saalvolumen aufweisen wie die Limburghalle. Es soll einen teilbaren großen Saal mit Foyer und einen ebenfalls teilbaren kleinen Saal geben. Das Gebäude wird mit Cateringküchen und Ausgabetheken ausgestattet. Familienfeiern können also wie bisher auch in der neuen Turn- und Festhalle an der Lindach stattfinden. Die Bewirtschaftung kann dabei entweder in Eigenregie oder über entsprechende Cateringbetriebe erfolgen. Die seitherige Bindung an einen Gastronomen entfällt. Daraus ergeben sich für die Nutzer, insbesondere die örtlichen Vereine, ganz neue Möglichkeiten.

Wie groß ist die neue Halle verglichen mit der Limburghalle?

Der große Saal (ca. 600 m²)n und der kleine Saal (ca. 250 m²) sollen in vergleichbarer Größe gebaut werden. Durch den Entfall zahlreicher Nebenräume kann die Gesamtnutzfläche eines Neubaus gegenüber dem bestehenden Gebäudekomplex nahezu halbiert werden. Durch die Mitnutzung durch die Limburgschule kann außerdem auf eine zusätzliche neue Schulturnhalle verzichtet werden.

Was kostet die neue Halle?

Die bisherige Kostenschätzung geht für den reinen Hallenbau von rund 8,1 Mio. € aus. Für das Tiefgaragengeschoss und die Zufahrt werden 2,4 Mio. € veranschlagt.

Wieso brauchen wir eine neue Schulturnhalle?

Die bestehende Turnhalle der Limburgschule stammt aus dem Jahr 1957 und weist zahlreiche Baumängel insbesondere an Fassade, Dach, Dämmung, Lüftungs- und Elektrotechnik auf. Mit nur rund 180 m² nutzbarer Sportfläche ist die Halle für die zentrale Grundschule mit Förderschule (16 Klassen) und Ganztagsschulbetrieb nicht mehr angemessen.

Was kostet die Sanierung der Schulturnhalle?

Eine Sanierung der Schulturnhalle ist aus baulichen wie auch konzeptionellen Überlegungen nicht sinnvoll. Ein Neubaus als Ersatz für die Schulturnhalle ist bereits seit 2007 angedacht. Ein solcher Neubau würde mindestens 2,4 Mio. € kosten. 

Muss der Schulsport nicht andauernd ausfallen wegen anderer Veranstaltungen in der neuen Halle?

Im Rahmen der Überprüfung der Machbarkeit einer neuen Turn- und Festhalle an der Lindach wurden alle seitherigen Veranstaltungen ausgewertet. Dabei konnte festgestellt werden, dass der Großteil der Veranstaltungen örtlicher Vereine und Betriebe am Wochenende stattfindet. Lediglich an einzelnen Tagen im Jahr wird der Schulsport/Vereinssport tangiert (zum Beispiel Kinderfasching). Zu dieser Zeit könnte beispielsweise der kleine Saal zu Schulzwecken genutzt werden. Die Frage der Überschneidung von Veranstaltungen wurde ausführlich in einer Arbeitsgruppe mit den Vereinen und der Schule diskutiert. 

Wohnen

Brauchen wir überhaupt neue Wohngebiete?

Die aktuelle Einwohnerentwicklung zeigt deutliche Zuwachsraten auf. Zum Jahreswechsel 2015/2016 konnte die 10.000 Einwohnermarke überschritten werden. Maßgeblich für diese Entwicklung sind Zuzüge von deutschen Mitbürgern, ausländischen/europäischen Arbeitskräfte und Flüchtlingen. Weiterer Wohnraumbedarf ergibt sich daraus, dass die Wohnungsfläche pro Einwohner seit vielen Jahren steigt bzw. die Zahl der Personen pro Haushalt abnimmt. Im Rahmen der repräsentativen Bürgerbefragung zum Strategischen Entwicklungskonzept Weilheim 2025 kamen die Bürger zu dem Ergebnis, dass es nicht genügend Mietwohnungen (73 % Zustimmung) und zu wenig Bauplätze gibt (52 % Zustimmung).

Wie viele Wohnungen können auf dem Areal der Limburghalle untergebracht werden?

Dies hängt maßgeblich vom Bebauungsplan ab, über den der Gemeinderat zu gegebener Zeit noch zu beraten und zu entscheiden hat. Aus städtebaulicher Sicht sollte eine Mischung aus Einfamilienhäusern, Reihenhäusern und Mehrfamilienhäusern angestrebt werden (vergleichbar Gänsweide I).

Wird es auf dem Areal der Limburghalle überhaupt bezahlbare Wohnungen geben oder ist das nur etwas für Gutverdiener?

Da alle Flächen der Stadt gehören, entscheidet der Gemeinderat zu gegebener Zeit über die Zuteilungskriterien. In der Vergangenheit hat sich der Bauplatzpreis stets an den Marktpreisen orientiert. Dabei muss die Stadt auch beachten, dass sie gesetzlich dazu angehalten ist, Vermögen zu marktüblichen Preisen zu veräußern. Ihren geringen Spielraum hat die Stadt aber stets so genutzt, dass städtische Bauplätze eher am unteren Marktniveau als am oberen angesiedelt wurden. Ebenfalls berücksichtigt werden muss, dass die Stadt Verkaufserlöse immer dazu einsetzt, die vielfältige Infrastruktur für die Bürgerinnen und Bürger zu erhalten.  Im Jahr 2015 hat die Stadt ihre Zuteilungskriterien dahingehend überarbeitet, dass junge Familien bei der Zuteilung bevorzugt werden und dass pro minderjährigem Kind ein Preisnachlass gewährt wird.

Wo sollen die Stellplätze für die neuen Häuser und Wohnungen im Areal der Limburghalle untergebracht werden?

Wie in jedem Neubaugebiet werden die Hauseigentümer über gesetzliche Vorschriften und den örtlichen Bebauungsplan zur Erstellung privater Stellplätze verpflichtet. Darüber hinaus schafft die öffentliche Hand im Rahmen der Erschließung eines Neubaugebiets öffentliche Parkplätze, beispielsweise für Besucher.

Warum schaffen wir die dringend benötigten Bauplätze nicht auf dem für die neue Turn- und Festhalle vorgesehenen Gelände?

Dies hat mehrere Gründe. Zum einen ist das Areal an der Lindach deutlich kleiner als das Areal am Helfersbergweg. Städtebaulich gesehen können in der Stadtmitte keine freistehenden Einfamilien- oder Reihenhäuser erstellt werden. Aufgrund der umgebenden Bebauung wären dort größere zusammenhängende Bauwerke vorzusehen. Vor allem aber sollte dieses innerstädtisch, zentral und an gut ausgebauten Verkehrswegen liegende Gelände nicht für private Wohnzwecke genutzt werden. Es sollte eine Nutzung gewählt werden, die allen Bürgern offen steht. Bei einer privaten Überbauung des Areals entfielen auch die derzeitigen Schotter-Parkplätze. Mit dem Bau einer neuen Turn- und Festhalle an der Lindach inklusive Tiefgaragengeschoss können auch weiterhin zeitgemäße, platzsparende Parkierungsmöglichkeiten für die Allgemeinheit angeboten werden. 

Finanzen

Was kostet die neue Turn- und Festhalle?

Für die reine Turn- und Festhalle geht die Kostenschätzung von rund 8,1 Mio. € aus. Für das Tiefgaragengeschoss und die Zufahrt werden rund 2,4 Mio. €  veranschlagt.

Bei solchen Großvorhaben werden die Kosten vorher oft zu niedrig geschätzt. Wie belastbar sind die Kostenangaben für die neue Turn- und Festhalle?

Die Verwaltung hat das Tübinger Büro Hähnig-Gemmeke Freie Architekten BDA mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Diese beinhaltet auch eine Grobkostenschätzung nach einem anerkannten, standardisierten Verfahren, das auf tatsächlichen Baukosten vergleichbarer Projekte beruht. Kostenabweichungen bei Großprojekten sind oft darauf zurückzuführen, dass zwischen ersten Schätzungen und der tatsächlichen Abrechnung der Baumaßnahmen oft mehrere Jahre liegen. Allein aufgrund der in der Zwischenzeit  steigenden Baupreise kommt es zu Kostensteigerungen, die nicht vermeidbar sind. Weitere Kostensteigerungen ergeben sich oftmals durch Veränderungen bei der Ausführung während des Baus. Allerdings gibt es auch genügend Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit, bei denen die Kosten weitgehend eingehalten werden. So wurde bspw. die Lindach-Sporthalle als größtes Einzelbauwerk der Stadt in den letzten Jahren mit einer Kostenabweichung von unter einem Prozent abgerechnet! Eine exakte Kostenberechnung kann erst erstellt werden, wenn der Architekturwettbewerb abgeschlossen und der Entwurf feststeht, der realisiert wird.

Können sich die Vereine überhaupt die Miete für die neue Turn- und Festhalle leisten?

Über eine Benutzungsordnung hat der Gemeinderat zu gegebener Zeit zu beraten und zu entscheiden. Dabei wird er sicherlich auch auf die Erfahrungen anderer Kommunen mit vergleichbaren Hallen zurückgreifen. Bei der Gebührenfestsetzung für Veranstaltungen wird die Stadt darauf achten, dass einerseits von den Mietern ein Beitrag zur Deckung der laufenden Kosten (zum Beispiel Strom, Heizung, Wasser, Reinigung) geleistet wird, diese Gebühren aber auch für Private und Vereine verträglich sind.

Die Limburghalle ist doch erst knapp über 50 Jahre alt. Können wir es uns erlauben, ein derart junges Gebäude einfach abzureißen?

Ob ein Neubau oder eine Sanierung sinnvoll ist kann nicht am Alter eines Gebäudes festgemacht werden. Die einschlägige DIN geht davon aus, dass derartige Gebäude auf eine Nutzungsdauer von 50 Jahren ausgelegt sind. Der bauliche Zustand des Gebäudes, seine Nutzung und Auslastung, die Kosten einer Sanierung bzw. die Kosten eines Neubaus und weitere Synergien (zum Beispiel Grundstückserlöse, Wohnbauflächen, Parken, Innenstadtbelebung, Möglichkeiten für die Schule…) müssen einbezogen werden.

Gibt es Zuschüsse für die Sanierung der Limburghalle?

Förderprogramme für den Erhalt von Festhallen gibt es nicht. Denkbar wären allenfalls Zuschüsse aufgrund von energetischen Sanierungen oder im Rahmen des Ausgleichstocks.

Wie sehen die Finanzen Weilheims aus? Wie hoch ist der Schuldenstand pro Kopf verglichen mit anderen Kommunen dieser Größenordnung?

Angesichts der weiterhin sehr guten konjunkturellen Lage stellen sich die Finanzen der Stadt derzeit positiv dar. Im Zuge einer erneuten Wirtschaftskrise kann sich dieser Trend jedoch auch schnell wieder ändern.

Generell liegt die zukünftige finanzielle Herausforderung für die Stadt Weilheim nicht in der Finanzierung von zusätzlichen freiwilligen Angeboten, sondern ganz deutlich im Erhalt des bestehenden Angebotes. Wenn dabei wie im Falle einer neuen Turn- und Festhalle zwei Gebäude in einem zusammengefasst und durch eine Doppelnutzung die Auslastung erhöht werden kann, dann sollte diese Chance genutzt werden.

Der voraussichtliche Schuldenstand im Kämmereihaushalt zum 31.12.2016 beläuft sich auf insgesamt rund 2.774.500 Euro, dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von rund 283 Euro. Der Landesdurchschnitt auf 31.12.2014 betrug 348 Euro/Einwohner. Dem stehen Rücklagen in Höhe von 3.353.700 € zum 31. Dezember 2016 gegenüber.

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