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Nachhaltigkeit beim Einkaufen

Artikel vom 21.06.2019

Am 1. Juli 2019 stellten die beiden Schülerinnen Lea John und Lysanne Müller (beide 18 Jahre) aus Weilheim bzw. Holzmaden die Ergebnisse ihrer Seminararbeit und Möglichkeiten, wie man nachhaltiger einkaufen kann in einem kurzweiligen und interessanten Vortrag vor.
Rund 100 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung in den Sitzungssaal des Weilheimer Rathauses. Bürgermeister Züfle zeigt sich ob der vollbesetzten Zuhörerränge begeistert.
Im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsaktivitäten und auf dem Weg zur Fairtrade Town „passt zusammen, was zusammen gehört“. Und meinte damit, das Engagement von Lea und Lysanne und die nachhaltige Ausrichtung der Stadt Weilheim.
Konkret zählte der Bürgermeister die eben unterschriebene Dienstvereinbarung an die Beschäftigten auf, verpflichtend -Recycling-Papier zu verwenden, die Rad-Aktion zur Verminderung des CO2-Ausstoßes, die Umstellung auf LED--Beleuchtung, die Erstellung eines Energieberichts usw.
Wichtiger Baustein sei die Sensibilisierung und Bildung im Bereich der Nachhaltigkeit.
Das Stadtoberhaupt dankte den zwei Schülerinnen für den Impuls und lud diese ein, Mitglied in der Steuerungsgruppe zur Fairtrade Town zu werden.
Lea und Lysanne besuchen die 12. Klasse des Ernährungswissenschaftlichen Gymnasiums der Fritz-Ruoff-Schule in Nürtingen.
Dort haben sie am diesjährigen Seminarkurs teilgenommen und sich im Zuge dessen mit der Leitfrage beschäftigt: „Ein Schritt zurück in die Zukunft – ist unverpackt nur ein neuer Hype oder hat es wirklich eine Chance?“
Dabei haben sie sich vor allem auf das Thema Einkaufen und die zurzeit aufkommenden Unverpackt-Läden konzentriert. Bei ihren Umfragen waren sie in einigen Unverpackt-Läden sowie in Weilheim und Umgebung unterwegs und haben dort Erkenntnisse über das Einkaufsverhalten der Menschen gesammelt.
In unserer heutigen Wegwerfgesellschaft sei dringend wieder ein Umdenken nötig. Dies haben die Betreiber der „Unverpackt-Läden“, die ungefähr seit fünf Jahren vornehmlich in Großstädten entstehen erkannt und als Geschäftsprofil umgesetzt.
Der erste Laden wurde am 1. Februar 2014 in Kiel mit dem Firmennamen „unverpackt – lose, nachhaltig, gut“ von der Deutsch-Französin Marie Delaperriere eröffnet. Im Jahr 2012 las sie in der Zeitschrift „LE MONDE“ einen Artikel, in welchem Bea Johnson vorgestellt wurde. Diese berichtete dort, wie sie und ihre Familie es geschafft haben, drei Jahre ohne Plastikmüll zu leben. Dieser Artikel inspirierte Marie Delaperriere selbst etwas zu ändern und sie beschloss einen Laden zu eröffnen in dem man Produkte ohne oder mit nur wenig Plastikverpackung kaufen kann. Sie orientierte sich an ausländischen Läden wie Unpackaged in London. Einige Monate später entstand der Unverpackt-Laden – ,,Original-Unverpackt“ in Berlin-Kreuzberg. Fünf Jahre später gibt es jetzt bis zu ca. 100 Läden in Deutschland und immer mehr entstehen.

Was versteht man nun unter einem „Unverpackt-Laden“

Der Begriff „Unverpackt-Laden“ beschreibt, wie der Name schon sagt, ein Einzelhandelsgeschäft, in dem fast alle Produkte unverpackt, also ohne Verpackung angeboten werden, die sich der Kunde in ein selbst mitgebrachtes Behältnis abfüllt.

Bei ihrer Untersuchung, ob das Einkaufen in Unverpackt Läden teurer ist, haben Lea und Lysanne anhand von einigen gleichwertigen Produkten einen Vergleich angestellt. Nur Kaffee war hier definitiv in den Unverpackt Läden teurer, und das auch nur, weil dieser aus Fairem Handel und Bio war.
Da in unserer Region nur ein Hofladen in Owen der Biohof Gruel zusätzlich zu seinem sonstigen regionalen Angebot, Unverpackt-Produkte in seiner Unverpackt-Abteilung anbietet, ist es kontraproduktiv, zum Beispiel extra nach Stuttgart zu fahren, um hier in einem „Unverpackt-Laden“ einzukaufen. Alternativ können wir auf verschiedenste Geschäfte, wie Mühlenläden, Obst- und Gemüseläden mit regionalen und Bioprodukten, Wochenmärkte, lokale Bauern und Biobäcker sowie Supermärkte die bereits schon lange regionale Produkte führen, zurückgreifen und nach dem Motto einkaufen: „Geh nicht fort, kauf im Ort!“.

Außerdem wurden von den Schülerinnen weitere Tipps geliefert, wie auch ohne eine momentan bestehende Möglichkeit zum Einkauf von Unverpackt-Produkten vor Ort, umweltbewusst eingekauft werden kann. In der praktischen Umsetzung wären dies: Mehrwegnetze, Papiertüten, eigene Tasche, eigener Korb, Stofftaschen zum Einkaufen benutzen (Behältnisse für Fleisch, Wurst, Käse, wenn angeboten und möglich), unverpacktes Obst und Gemüse an Stelle von verpacktem, Mehrweg- statt Einwegplastik, z. B. bei Flaschen, regional und saisonal einkaufen, Bus- oder Fahrradfahren dem Auto, wenn möglich, vorziehen.

Teilweise wird das von vielen Geschäften schon gefördert und umgesetzt. So hat die Eröffnung der Unverpackt-Läden auch die gesteigerte Nachfrage an unverpackten Produkten bei den Discountern und Supermärkten erhöht, wobei einige Märkte vor Ort bereits seit Jahren regionale Produkte führen und mit den heimischen Erzeugern zusammenarbeiten.

Seit dem 1. Januar 2019 gilt das neue Verpackungsgesetz. Der Inhalt dieses Gesetzes fordert die Supermärkte auf, bestimmte Produkte nicht mehr anzubieten, wie z. B. Einmalgeschirr oder Plastikröhrchen. Immer mehr Supermärkte und Discounter verändern auch freiwillig etwas, wie z. B. Baumwollnetze, Papiertüten, kein verpacktes Obst und Gemüse, offener Tee oder Nüsse zum Abfüllen … Etwas relativ Neues ist, dass man bei manchen Supermärkten an der Fleischtheke mit einer selbst mitgebrachten Dose einkaufen kann.

Das Fazit der Schülerinnen nach Abschluss ihrer Seminararbeit war: Supermarkt und Unverpackt-Läden sind bisher keine -Konkurrenz. Unverpackt und verpackt ist ungefähr gleich im Preis.
Unverpackt-Läden:
• fördern Beziehung zu den regionalen Händlern
• können individuell auf Kunden eingehen
• sind in dieser Form nicht massentauglich

Unverpackt:
• ist nicht immer am nachhaltigsten, da nicht immer regional
• ist zum Teil schwierig umsetzbar, hoher Aufwand

Mit einem anhaltenden Applaus haben sich die Zuhörer für den überaus gelungenen Vortrag und das Engagement bei den -beiden Schülerinnen bedankt.
Die Seminararbeit sowie die Powerpoint-Präsentation sind auf der Homepage der Stadt Weilheim einzusehen.

Quelle: Seminararbeit von Lea John und Lysanne Müller

Wir sind Lea John und Lysanne Müller (beide 18 Jahre), zwei Schülerinnen aus Weilheim bzw. Holzmaden und besuchen die 12. Klasse des Ernährungswissenschaftlichen Gymnasiums der Fritz-Ruoff-Schule in Nürtingen.

Dort haben wir am diesjährigen Seminarkurs teilgenommen und im Zuge dessen mit der Leitfrage „Ein Schritt zurück in die Zukunft – ist unverpackt nur ein neuer Hype oder hat es wirklich eine Chance?“ beschäftigt. Dabei haben wir uns vor allem auf das Thema Einkaufen und die zur Zeit aufkommenden Unverpackt-Läden konzentriert.

Bei unseren Umfragen waren wir auch in Weilheim unterwegs und haben dort Erkenntnisse über das Einkaufsverhalten der Menschen gesammelt.

Die Ergebnisse dieser Seminararbeit und Möglichkeiten, wie Sie ihren Einkauf nachhaltiger gestalten können, haben wir im Rathaus in Weilheim präsentiert. Im Rahmen ihrer Nachhaltigkeits-Aktivitäten und insbesondere auf dem Weg zur Fair-Trade-Kommune unterstützt die Stadt Weilheim ausdrücklich das Engagement von Lea und Lysanne hin zu einem zukunftsweisenden Handeln.

Hier können Sie die Seminararbeit der beiden Studentinnen herunterladen

Hier können Sie die Präsentation zur Veranstaltung herunterladen

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