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Weilheim an der Teck (Druckversion)

Präsentation der Öffentlichkeitsveranstaltung zur Kommunalen Wärmeplanung vom 22.04.2024

Präsentation zur Kommunalen Wärmeplanung am 22.04.2024 (PDF)

Bei Rückfragen und Anregungen wenden Sie sich bitte an die Stadtverwaltung Weilheim an der Teck, Herrn Volker Sigel, tel. 07023 106 630 oder email: v.sigel@weilheim-teck.de 

Infoveranstaltung zur Kommunalen Wärmeplanung

Weilheim plant die Wärmewende

Rückblick auf die Infoveranstaltung zur Kommunalen Wärmeplanung in Weilheim

 

Im Jahr 2023 ist die Stadt Weilheim freiwillig in die kommunale Wärmeplanung eingestiegen. Dazu verpflichtet waren bisher nur Städte ab 20.000 Einwohnern. Dies hat sich seit diesem Jahr geändert. Bis zum Jahr 2028 müssen nun auch kleinere Städte und Gemeinden einen Wärmeplan erstellen, der den Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung beschreibt. Aufgrund des frühzeitigen und freiwilligen Einstiegs in das Projekt konnten Fördergelder in Höhe von rd. 60.000 € gesichert werden.

Nachdem das Projekt „Kommunale Wärmeplanung“ noch im Mai 2024 abgeschlossen werden soll, hatte die Stadt Weilheim am vergangenen Montag zu einer Öffentlichkeits- und Infoveranstaltung in die Limburghalle eingeladen.

Bürgermeister Johannes Züfle konnte gut 70 Zuhörer in der Limburghalle begrüßen und in das komplexe Thema einführen. Dabei ging er auf die großen Herausforderungen, denen sich die Akteure vor Ort auf dem langen Weg zur Wärmewende stellen müssen, ein. In Weilheim soll versucht werden, mit dem Planungsinstrument der Kommunalen Wärmeplanung anhand konkreter Maßnahmen aufzuzeigen, wie eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2040 möglich sein könnte, so Bürgermeister Züfle.

Daran anknüpfend folgte ein Vortrag des beteiligten Ingenieurbüros EGS-plan zum aktuellen Stand der kommunalen Wärmeplanung. Aufbauend auf einer breiten Datenerhebung von Gebäude- und Energiedaten wurde zunächst die aktuelle Situation in Weilheim erfasst. Allein Erdgas und Heizöl decken heute immer noch rund 70 % des Wärmeenergiebedarfs von Weilheim. Umgerechnet in Euro entspricht dies einem Abfluss an Finanzmitteln von jährlich 9,7 Mio. €.

Damit sind die Potenziale aber auch die Herausforderungen sehr groß. Nur durch ein Zusammenspiel von der Reduktion des Wärmebedarfs vor allem durch Gebäudesanierungen und dem verstärkten Einsatz lokal verorteter erneuerbarer Energien kann die Wärmewende gelingen. Dabei kann Erdwärme einen wertvollen Beitrag leisten. Aufgrund der Untergrundtemperatur und der überwiegend begünstigenden Bodenbeschaffenheit in Weilheim eignen sich sowohl zentral verortete Kollektorenfelder (z.B. für eine Wärmenetz) als auch die klassischen Geothermiesonden auf dem eigenen Grundstück. Außerdem wurden weitere ganz konkrete Potenziale zur Wärmegewinnung aus den Prozessen der Kläranlage sowie aus Prozessen der Industrie analysiert.

Abgeleitet aus diesen Ergebnissen, wird nun ein Zielszenario entwickelt. Daraus werden konkrete Maßnahmen definiert und umgesetzt. Diese Maßnahmen werden in den nächsten Wochen im Gemeinderat beraten und beschlossen. Das Spektrum ist groß. Von einer möglichen Wärmenetzplanung über verschiedene Beratungsleistungen bis hin zu einer erweiterten Strom- und Gasnetzplanung ist sehr vieles denkbar.

Die Präsentation zum Vortrag finden Sie hier

Nach einem kurzen Exkurs ins Gebäudeenergiegesetz wurde der erste Teil der Veranstaltung mit einer offenen Fragerunde im Plenum abgeschlossen. Die rege Beteiligung und die Vielschichtigkeit der Fragestellungen bestätigten Verwaltung und Ingenieurbüro einmal mehr, dass Information und Beteiligung wichtige Bausteine auf dem Weg zur Wärmewende sind.

Abschließend hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich selbst mit einzubringen. An den Thementischen des Ingenieurbüros EGS-plan sowie der örtlichen Energieberater Kerstin Banzhaf, Reinhold Herbrik sowie Mischa und Karl-Heinz Sigel konnten sie sich informieren und darüber diskutieren, wie in den verschiedenen Teilgebieten von Weilheim die Wärmeversorgung aus erneuerbaren Wärmequellen künftig aussehen könnte. Informationen zur energetischen Sanierung sowie Beratungs- und Fördermöglichkeiten rundeten das Angebot an diesem Abend ab.

Der Abschluss des Projekts ist im Mai dieses Jahres geplant. In diesem Zusammenhang erfolgt eine öffentliche Beschlussfassung des Gemeinderats zur Umsetzung von fünf verpflichtenden Maßnahmen innerhalb der nächsten fünf Jahre.

 

Kommunale Wärmeplanung

Die Stadt Weilheim an der Teck hat im Juli 2023 mit der Erstellung ihres ersten kommunalen Wärmeplanes begonnen. Gemäß der Bestimmungen des Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetzes Baden-Württemberg (§ 27 Abs. 3 KlimaG BW) sind Stadtkreise und Große Kreisstädte verpflichtet, einen kommunalen Wärmeplan zu erstellen. Auch die übrigen Städte – zu denen Weilheim an der Teck gehört - können einen freiwilligen kommunalen Wärmeplan erstellen.

Es handelt sich hierbei – wie beim verpflichtenden kommunalen Wärmeplan – um ein Instrument, welches dazu dienen soll, eine Strategie zum langfristigen Umbau der Wärmeversorgung mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2040 zu entwickeln.

Hierfür sind zwei Potenzialbereiche relevant:

▪  Ermittlung der Einsparpotenziale durch energetische Sanierungen

▪  Untersuchung kommunaler Potenziale zur Nutzung erneuerbarer Energien

Zu den erneuerbaren Energien zählen:

▪  Abwasserwärme

▪  Biogas/Biomasse

▪  Geothermie: Oberflächennahe Geothermie und Tiefengeothermie

▪  Grundwasser

▪  Solarthermie: Dach- und Freiflächen

▪  Abwärme: Abwärme-Quellen im kommunalen Gebiet (bspw. aus Industriebetrieben)

▪  Kraft-Wärme-Kopplung

Umfang, Inhalt und mit der Kommunalen Wärmeplanung verbundene Befugnisse werden im Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetz für alle Kommunen geregelt – unabhängig von Einwohnerzahl und Status. Um eine qualitativ hochwertige und aussagekräftige Kommunale Wärmeplanung erarbeiten zu können, wurden die Kommunen durch das Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetz zur Erhebung und Verarbeitung der erforderlichen Daten ermächtigt.

Diese stammen insbesondere von den lokalen Energieunternehmen und Bezirksschornsteinfegern. Die Stadt selbst trägt ebenfalls mit einer Reihe von Daten zur Erstellung der Kommunalen Wärmeplanung bei. Nachfolgend ein Überblick über die einbezogenen Daten:

         

Bis Juni 2024 möchte die Stadt Weilheim an der Teck die Kommunale Wärmeplanung abgeschlossen haben. Erstellt wird diese durch das Ingenieurbüro EGS-Plan mit Sitz in Stuttgart.

http://www.weilheim-teck.de//wirtschaft-umwelt/kommunale-waermeplanung